Schlösserwelt-Reise Teil 3: Auf in den Süden nach Mikulov

Ja, tatsächlich. Wir leben im Norden des Weinviertels und fahren nach Südmähren, wenn wir uns auf nach Mikulov (deutsch: Nikolsburg) in Tschechien machen. Für die Tschechen hingegen, insbesondere für die Prager, die hier gerne Urlaub machen, ist Südmähren mit seinen vielen Seen so etwas wie Kärnten für die Wiener. Und beides liegt – vom jeweiligen Augangspunkt betrachtet – im Süden! Die Stadt Mikulov mit ihren wunderschönen Bürgerhäusern im Renaissance-Stil liegt unmittelbar an der Grenze zum Weinviertel. Nicht nur zwischen Mikulov und dem sieben Kilometer südlich gelegenen Drasenhofen gibt es einen Grenzübergang, sondern auch einen kleinen in Ottenthal. Wir nehmen gerne diesen, weil wir dann schnürlgerade auf die Stadt zufahren und schon von weitem den Blick auf das imposant auf einer Anhöhe thronende Schloss genießen können.

Text und Fotos: Elisabeth Egle

Seit Jahrhunderten bildet das auf einer markanten Felskuppe stehende ursprünglich liechtensteinische und später dietrichsteinische Barockschloß das unübersehbare Wahrzeichen von Mikulov.

Der erste schriftliche Beleg über Mikulov, zu deutsch Nikolsburg, datiert aus dem Jahre 1173. Bereits im Jahre 1414 hatte Mikulov rund 2500 Einwohner. Zur Stadt zählten damals ein relativ kleiner, von Mauern umfriedeter Kern sowie ausgedehnte Vorstädte. Die Innenstadt wurde in den Jahren 1536 und 1561 von Bränden heimgesucht, denen beinahe die gesamte gotische Bebauung der Stadt zum Opfer fiel.

Der Heilige Berg ist ein Naturreservat, zum anderen ein bedeutender Wallfahrtsort. Auf dem Gipfel stehen die Kirche St. Sebastian, der Glockenturm und die Kreuzwegkapellen mit frühbarocker Ausgestaltung.

Der Riesling war so sortentypisch. Eine Freude.

Klaus Egle beim Street-Weingenuss auf dem Hauptplatz.

Die Gegen rund um Mikulov ist kulturhistorisch und landwirtschaftlich betrachtet eine reich beschenkte Gegend. In den Weinbergen wachsen auf Böden mit einem hohen Kalkgehalt zu 80 Prozent Weißweintrauben. Streift man durch die Stadt, fallen einem die höchst lebendige Weinszene, die kleinen Vinotheken und die gut besuchten, lässigen Lokalen im Zentrum auf. Alljährlich findet am zweiten Septemberwochenende das traditionelle Pálava-Weinlesefest statt – der Termin 2022 ist bei uns vorgemerkt.

Eine reich beschenkte Gegend.

Die Stadt hat sich mächtig herausgeputzt und durch die Fußgängerzone bummeln an diesem sonnigen Herbsttag zahlreiche Besucher. Nachdem wir zuerst die geradezu artistische Zubereitung bewundert haben, bestellen wir uns eine Rolled Ice Cream,. Das ist der neue Food-Trend aus Thailand und auch unter den Namen Ice Cream Rolls oder Stir Fried Ice Cream bekannt. Für die Zubereitung wird eine Eismasse zu einer Creme gerührt und auf eine Eisenplatte gegossen, die -35 °C kalt ist. Die Zutaten, wie zum Beispiel Erdbeeren, werden dazugegeben und auf der Platte zerkleinert. Dann wird die Masse glatt gestrichen, sodass sie nur wenige Millimeter dick ist. Das Eis gefriert sofort und wird dann mit einem Spachtel abgeschabt, was dazu führt, dass sich das Eis aufrollt. 

Schlagobers und Früchte, sonst nichts.
Rolled Ice Cream mit Karamellsauce als Topping.
Vorarlberg meets Mikulov – ein Selfie wollten die Mädels haben.

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