Schlösserwelt: In Lednice wurde Repräsentation gebaut/Teil 2

Von Valtice aus machen wir uns auf den Weg nach Lednice. Das Schloss Lednice wird auch die „Perle Südmährens“ genannt und ist einer der meistbesuchten Orte des Landes. Es liegt sieben Kilometer entfernt von Schloss Valtice, das der Wohnsitz der Liechtensteiner war. Schnurgerade verläuft die prächtige Allee Richtung Lednice. Schloss Eisgrub, heute Lednice, wurde als mittelalterliche Burg bereits im 13. Jahrhundert von der Familie Liechtenstein erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte erfolgten mehrere Um- und Zubauten. Es ist heute zusammen mit dem Park Teil des UNESCO-Welterbes „Kulturlandschaft Lednice-Valtice“. Das Schloss wurde unter Fürst Alois von Liechtenstein angeblich nach Plänen der Architekten Peter Hubert Desvignes und Georg Wingelmüller im Stil der Neugotik (Tudor-Gotik) zum seinem heutigen Aussehen umgebaut. Man sagt, die Feste waren legendär und Europa traf sich zum Feiern.

Text: Elisabeth Egle, Fotos: Elisabeth Egle und Karin Fetz

Mehrere namhafte Architekten waren an den Schlossbauplänen mit seinen vielen Nebengebäuden beteiligt: Karl Weinbrenner, Domenico Martinelli, Georg Wingelmüller, Josef Kornhäusel und Peter H. Desvignes.
Die monumentale Reithalle wurde nach einem Entwurf des österreichischen Architekten J.B. Fischer von Erlach umgesetzt.

Wir durchstreifen eine der schönsten Kulturlandschaften Europas.

Die Liechtensteiner waren damals eines der mächtigsten Adelsgeschlechter Europas und machten das Schloss im Sommer zum Treffpunkt des europäischen Adels und der Politik. Fast siebenhundert Jahre lang waren beide Schlösser in ihrem Besitz gewesen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde begonnen, mit einem riesigen Landschaftspark beide Schlösser zu verbinden und zu umschließen. Unterschiedlichste Gebäude verteilen sich auf dem riesigen Areal, das durch Seen und Teiche unterbrochen wird und über einen herrlichen Baumbestand mit über 550 verschiedenen Arten verfügt. Dieser Park ist in Wahrheit eine der schönsten Kulturlandschaften Europas – 280 Quadratkilometer groß ist das Areal, das jedes Jahr hunderttausende Touristen anlockt – das sind ungefähr 40.000 Fußballfelder. Wir erleben hier Natur pur mit großen Wasserflächen, kleinen Naturreservaten und einer artenreichen Vogelwelt.


Der Architekt Desvignes hat an Stelle eines hölzernen Gewächshauses ein neues Palmenhaus mit einer Länge von 90 x 30 Metern errichtet. Die etwa 10 Meter hohe Gusseisenkonstruktion ist mit schuppenartig übereinander gelegten Glasplatten versehen und war laut den Kostenaufstellungen des Architekten auch in diesem Fall eine äußerst kostspielige Arbeit dar. Quelle Architektenlexikon.
Eindrucksvoll, das historische Glashaus.
Die wundervolle britische Schriftstellerin Jane Austen lässt grüßen.
Auf kleinen Ausflugsbooten kann man entspannt durch die Parklandschaft tuckern, sich bequem von einer Kutsche in gemächlichem Tempo durch die Gegend fahren lassen, oder einfach zu Fuß einen Teil der Parklandschaft erkunden. 
Über 550 Baumarten aus der ganzen Welt wachsen hier.
Das Schloss gehörte fast 700 Jahren der regierenden Familie Lichtenstein bis zur Konfiskation im Jahre 1945.
Wasser ist das zentrale Element in englischen und barocken Gärten.
Das Maurische Haus wurde im maurischen Stil vom Architekten Wingelmüller umgebaut. Es diente einerseits als Dampfbad und andererseits als „Technikraum“ für das Bewässerungssystem des Parks. Eine Turbine erzeugte Elektrizität für das Schloss und für einen Teil der Gemeinde. 

Hinter dem Horizont geht es weiter und uns bleibt noch viel zu entdecken – auf nach Mikulov.

Schloss Lednice
Zámek 1
691 44 Lednice, Tschechien
www.zamek-lednice.com/de

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