Maria Richter befähigt Menschen zur Selbstreflexion

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Wie hat man weniger Stress? Die Antwort darauf hat Maria Richter, Systemischer Professional Coach, MBSR Lehrerin, Trainerin, Akademische Expertin für Gartentherapie und Systemische Wirtschaftsmediatorin. Sie fasziniert die Idee, dass Menschen alle Ressourcen in sich haben, um ihr Leben gut zu meistern und ihre eigenen Experten sind. Coaching ist das Mittel, um mit Menschen genau dahingehend zu arbeiten, dass sie ihre Lösungen selbst entdecken. Es geht darum, sie mit bestimmten Fragetechniken zur Selbstreflexion zu befähigen.

Interview: Elisabeth Egle, Fotos: Klaus Egle

Das Gärtnern und wie man Stress durch bewusstes präsentes Handeln ersetzt.

Maria Richter, man sagt ja nicht einfach, man wird Trainer. Wie passiert das?
Na ja, ein bisschen sagt man es schon. Ich habe vorher Dolmetsch studiert, war bei drei großen internationalen Unternehmen angestellt. Dort hat es mit der Organisation von Trainings begonnen, und ich bin langsam über Projektmanagement und Workshops hineingewachsen. Als Qualifizierung kam die Ausbildung zum „Systemischen Professional Coach“ dazu, die mich zur Selbstständigkeit geführt hat, da Trainings im Unternehmen nicht möglich waren. 

Warum bieten Sie hier nun Achtsamkeitstraining an?  
Das hat mit meiner persönlichen Entwicklung zu tun. Ich habe sehr viel gearbeitet, habe Führungskräfte trainiert, war ständig mit dem Auto in Deutschland und in der Schweiz unterwegs. Das war sehr kräfteraubend und hat bei mir immer mehr Stress erzeugt. Ich habe dann einen MBSR Achtsamkeitskurs gemacht (Anm. Redaktion Mindfulness Based Stress Reduction), was mich total fasziniert hat und habe im Rahmen der Selbstreflexion zwei Themen festgemacht, die mich sehr beschäftigen: Das Gärtnern und wie man Stress durch bewusstes präsentes Handeln ersetzt. Daraus hat sich dann mein eigener Coaching-Ansatz entwickelt, der die Grundlage für meine MBSR Lehrerausbildung und das Studium zur „Akadem. Expertin für Gartentherapie“ an der Donauuniversität Krems war. 

Nach Ameis kamen Sie wegen dem Wunsch nach mehr „Erde“.
Richtig, wir haben hier ein Grundstück mit einem Hektar Grund, das teilt sich auf in einen Seminargarten, den ich landwirtschaftlich nutze und ein großes Haus mit einem sehr großzügigen Seminarraum.

Für mich bedeutet netzwerken, produktiv sein für alle Teilnehmer. 

Sie machen eine Menge. Sie haben einen Seminargarten, bauen Gemüse an, verarbeiten und verkaufen es, dazu bieten Sie Achtsamkeitstrainings an, geht das alles zusammen? 
Das ist ein guter Punkt. Ich bin habe viele Ideen und muss aufpassen, dass ich mich nicht verzettle. Die Wühlmausplage im letzten Jahr hat mich bestärkt, die Landwirtschaft als produzierenden Betrieb bleiben zu lassen und mich voll auf den Seminarbetrieb für Führungskräfte zu konzentrieren. Mein Kerngeschäft, das ich seit 19 Jahren mache. 

Was hat Sie am stärksten geprägt, um das zu machen, was Sie am liebsten machen?
Es ist die Fähigkeit zur Selbständigkeit, zur Selbstorganisation, ich kann Leute mitnehmen und denke, dass mein Humor und meine Wertschätzung für die Menschen höchst hilfreich sind. 

Das Thema Netzwerken. Was bedeutet das für Sie?
Ein herrliches Thema. Netzwerken heißt, dass Menschen unterschiedlicher Kompetenzen zusammentreffen, gemeinsam an einer Sache arbeiten, sei es jetzt mental oder in Form von Kooperationen, sich austauschen und Wertschätzung für einander haben. Für mich bedeutet netzwerken, produktiv sein für alle Teilnehmer. 

Wie wichtig ist es für Sie?
Wichtig, wenn es auf Augenhöhe stattfindet. 

Fast jedes Unternehmen sagt heute, dass sie die Nachhaltigkeit pflegen, aber wir haben noch nie gehört, dass ein Unternehmen achtsam agiert. Warum ist das so? 
Firmen, die Achtsamkeit ehrlich betreiben, hängen das nicht an die große Glocke. Da geht es um eine innere Haltung. Das ist keine Philosophie. Achtsamkeit ist immer die Grundlage, es ist präsent sein im jetzigen Moment. 

Beherrscht man das alles, kann man ganz andere Entscheidungen treffen. 

Und wer diese Haltung optimieren möchte, kommt zu Ihnen? 
Ja, in meinen Trainings geht es zuerst um Selbstführung der Führungskraft. Was sind die eigenen Erfahrungen? Welche Bewertungen laufen in einem? Was macht einem Stress? Wie kommuniziert man mit den Mitarbeitern? Meine Kundinnen bringen bereits eine Werteeinstellung mit und sind prinzipiell an ihren Mitarbeitern und der Umwelt interessiert. 
Ich erarbeite mit ihnen, wie sie mehr Achtsamkeit in ihre Organisation und in ihren Führungsalltag bringen können. Achtsames Zuhören spielt eine wichtige Rolle. Und wie man die Übung der Achtsamkeit nutzen kann, um trotz Stress das Wohlbefinden und die Gesundheit zu erhalten. Beherrscht man das alles, kann man ganz andere Entscheidungen treffen. 

Wie und wo schöpfen Sie Energie, um weiterhin so kreativ und innovativ zu sein wie bisher?
Für mich ist es zum einen der Austausch mit anderen Menschen und zum anderen das Tun im Garten, das auch gleichzeitig Teil meines Angebotes ist. 

Beschleunigt die Digitalisierung unsere Unachtsamkeit?
Absolut. Aber das Gute ist, dass es immer öfters auch Gegenbewegungen wie etwa Achtsamkeits-Programme für Lehrer und Schulen in Österreich gibt. In England ist „Mindfulness“ sogar bereits ein Schulfach. 

Haben Sie für uns einen achtsamen Gedanken für unseren Arbeitsalltag?
Wenn du das Handy zur Hand nimmst, einen Moment innezuhalten und zu wissen, dass du jetzt das Handy in der Hand hältst. Sich das einfach kurz bewusst machen – ganz ohne Bewertung. 

Seminargarten für Achtsamkeit
Maria Richter
Herrengasse 31
2141 Ameis bei Staatz
+43 699 / 19577189
maria.richter@mindful-business.at
www.mindful-business.at

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