Auf Genusstour im Weinviertel oder: Das Essen neu denken

Eigentlich wollten wir nur einen Vintage-Sessel in Retz Probe sitzen, der zum Kauf angeboten wurde. Herausgekommen ist ein unverhofftes Meeting von gleich sechs Wein4tler Neudenkern, deren Denken und Tun rund um Lebens- und Genussmittel in Zeiten der Klimakrise kreisen. Ein Gedankenaustausch zwischen Gänseblümchen, Gurken und Grünem Veltliner in Pulkau.

Fotos und Beitrag: Elisabeth Egle/Titelfoto: Maria Ledebur

Als wir im Dezember 2020 auf ein Wein4tler Neudenker-Interview mit Heinrich Ledebur vor Ort waren, lagen die Felder braun vor uns und es war nass und rutschig. Nass war es am Sonntag auch wieder, weil es vorher tagelang geregnet hat – grün und dicht mit Gemüse bepflanzt dafür die Felder .Anlässlich der „Sommer Genusstour Weinviertel 2021″ in der Landwirtschaft Bio a la Karth trafen sich hier das Gastroehepaar und Wein4tler Neudenker Maria und Bernhard Forstreiter von Weinberg 6, der Hausherr Heinrich Ledebur, Wein4tler Neudenker Michael Vesely, Begründer des „Slow Food Village Retz“ und Retzer Genussmarkt-Initiator, unterwegs mit seiner Frau Adelheid.

Die gut besuchten Schauführungen und die verschiedenen Herangehensweisen des Anbaus und der Bodenbearbeitung.

Zufall, dass wir uns gerade hier getroffen haben? Glauben wir nicht. Schon eher gemeinsames Interesse und die Suche nach Antworten auf viele Fragen. Wie geht es mit der Landwirtschaft zu Zeiten der Klimaerwärmung im Weinviertel weiter? Wie kann man neue Vermarktungsstrukturen schaffen, die auch kleinen Produzenten eine Chance geben? Was kommt der Gastronomie für eine Rolle zu, die ja der Mittler und das Schaufenster für regionale Produkte höchster Qualität ist?

Ehret den Schachtelhalm und die Dammkultur, so Heinrich Ledebur.
Afrika lässt grüßen: Die Bienen lieben diese afrikanische Blütenstaude.
Vlnr.: Adelheid Vesely, Bernhard Forstreiter, Heinrich Ledebur, Maria Forstreiter, Michael Vesely und vorne Elisabeth Egle.


Nach einem Stellungswechsel sind wir dann einfach alle auf einer Bank im Halbtrockenen sitzen geblieben, haben trockenen Wein getrunken und uns ausgetauscht. Um in der Sprache der Gärtner zu bleiben, haben wir mit diesen Gesprächen wieder so etwas wie Samenkörner gesetzt. Das eine oder andere wird aufgehen. Wir sind gespannt, was herauskommt. 

Handverlesene Feinkost!

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